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Hierzu
muß man wissen, dass das Pferd ein dynamisches Gebiß besitzt,
damit der Abrieb der Zähne bei der Futteraufnahme ausgeglichen werden
kann. Nach Beendigung des Längenwachstums schieben die Zähne
jedes Jahr zwei bis drei Millimeter weiter aus den Zahnfächern heraus.
So misst zum Beispiel der Backenzahn eines jungen Pferdes von der Kaufläche
bis zur Wurzelspitze bis zu zehn Zentimeter; der gleiche Zahn bei einem
30-jährigen Pferd hingegen nur noch ungefähr zwei bis drei Zentimeter.
Beim heutigen domestizierten Pferd, werden die Schneidezähne kaum
genutzt und so von Jahr zu Jahr länger. Die Backenzähne werden
oftmals nur teilweise abgerieben; scharfe Kanten, Rampen und Haken entstehen.
Die zu langen Schneidezähne drücken die Backenzähne immer
weiter auseinander. Das Pferd hält beim Fressen dagegen, da es das
Futter nur zerkleinern kann, wenn die Backenzähne Kontakt haben.
So entsteht ein schmerzhafter Druck im Kiefer, der zu einer Überbelastung
des Kiefergelenks und einer zunehmenden Blockierung des Kaumechanismusses
führt. Als Folge kippen die Schneidezähne nach vorne; der sogenannte
Winkelbiß entsteht. Dies ist der Grund, warum gerade bei älteren
Pferden im Bereich der Schneidezähne häufig Streßsymptome
mit paradontoseähnlichen Erscheinungen am Zahnfleisch sowie Zahnstein
auftreten. Durch die nur teilweise Abnutzung
der Backenzähne, entstehen in der Regel scharfe Ränder an der
Innenseite des Unterkiefers und der Außenseite des Oberkiefers.
Durch diese scharfen Kanten kommt es zur Verletzung der Schleimhäute
an Backen und Zunge. Besonders in Verbindung mit Zäumungen am Kopf,
die die Backen auf die scharfen Kanten drücken, ist das für
das Pferd sehr unangenehm.
Beim jungen Pferd treten gelegentlich Probleme während des Zahnwechsels
auf. Festsitzende Milchzahnkappen können das Durchbrechen eines neuen
Zahnes verhindern oder sein Wachstum hemmen. Um dem Widerstand zu entgehen,
sucht sich dieser einen anderen Weg im Kiefer. Folge können entzündliche
Knochenaufreibungen verbunden mit eitrigem Ausfluß sein. Der gegenüberliegende
Zahn kann ungehindert immer weiter aus dem Zahnfach schieben. Wird dies
zu spät erkannt, steht dieser Zahn über seine Zahnreihe hinaus,
bis er mit dem am Wachstum gehemmten Zahn beziehungsweise der Milchzahnkappe
gegenüber zusammenstößt. Eine Stufe entsteht auf der Kaufläche,
die zur Blockierung des Zahnmechanismusses führt. Auf die gleiche
Weise entwickelt sich die Stufenbildung im Bereich der Backenzähne
nach der Extraktion eines Zahnes.
Zahnprobleme können auch genetische Ursachen haben, z.B. im Fall
von Über- oder Unterbiß.
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